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Auslandsreporter: Wie bist Du auf Kenia gekommen und woher stammt die Idee zu dem Projekt?
BFP: Ich habe 1994 eine Weltreise unternommen. Die endete relativ schnell in Kenia, da ich mich dort sofort wohlfühlte. Ich habe über zwei Jahre dort gelebt, viele Menschen kennen gelernt und Freundschaften geschlossen. Als ich wieder in Deutschland war, ist mir bewusst geworden, wie sehr mich mein Aufenthalt geprägt hat.
Es gibt dort extrem viel Armut. Vor allem für Straßenkinder und allein stehende Mütter sind die Zukunftschancen gering. Ich hatte das Gefühl, dass ich diesem Land etwas geben kann. Als ich dann meine eigene kleine Landschaftsgärtnerei in Deutschland gegründet hatte und es mir finanziell möglich war, entschloss ich mich, einen Ort zu schaffen, an dem Kinder und Mütter eine Unterkunft finden und sich neue Perspektiven schaffen können.
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Auslandsreporter: Als Du das Projekt im Jahr 2000 angefangen hast, gab es noch keinen Verein. Du hattest damals, allein, ernsthaft vor, ein dreigeschossiges Haus für in Not geratene Kinder und Mütter zu bauen und dafür sogar einen Kredit aufgenommen?
BFP: Ja. Natürlich war mir auch damals schon bewusst, dass alleine die Bauphase mehrere Jahre in Anspruch nehmen würde, trotz meiner Ersparnisse und der Kredite. Da ich mir aber darüber im Klaren war, dass das Projekt langfristig Bestand haben sollte, war es nur folgerichtig die Dimensionierung des Hauses nicht zu klein zu wählen. Mittlerweile haben wir das Fundament und das Erdgeschoss fertiggestellt, seit diesem Jahr haben wir zusätzlich ein Marktgebäude ganz in der Nähe bezogen. Dort können unsere Schützlinge Waren aus eigener Produktion verkaufen.
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Auslandsreporter: Wer lebt in dem Haus?
BFP: Momentan leben elf Jungs im Alter zwischen neun und 17 Jahren im Haus. Desweiteren haben wir drei Sozialarbeiter, die für die Betreuung der Jugendlichen zuständig sind. Täglich kommt unser Projektleiter Julius Kwajumbe zum Projekt und erledigt mit seinem Assistenten Yonah Wahanda die organisatorische Arbeit. Außerdem sind seit Oktober 2003 zwei Zivildienstleistende aus Deutschland in Mikindani.
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Auslandsreporter: Wie sehen die nächsten Schritte aus?
BFP: Wir wollen baldmöglichst die ersten Handwerker für unseren Workshop einstellen. So können wir unseren Kindern eine Ausbildung zukommen lassen, indem wir ihnen handwerkliches Arbeiten nahe bringen und unsere Produkte selbst fertigen. In Deutschland möchten wir die Mitarbeit im Projekt vorantreiben, vor allem in unserem Mitgliederforum. Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Shop im Internet, den wir so bald als möglich in unsere Webseite integrieren wollen.
Außerdem sind wir jedes Jahr mit unserem Stand auf dem Tollwood-Festival in München, wo wir afrikanische Artikel verkaufen und über unser Projekt informieren.
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Auslandsreporter: Viele Menschen hierzulande spenden grundsätzlich nichts mehr, da sie befürchten, dass das Geld nie bei den Notleidenden ankommt. Ein paar Sätze von Deiner Seite, die die Leser vom Gegenteil überzeugen.
BFP: Unsere Mitglieder und Paten haben online jederzeit hundertprozentigen Einblick in unsere Buchhaltung. Wir erhalten wöchentlich alle Abrechnungen aus Kenia, so haben wir jederzeit die volle Kontrolle über die Verwendung der Gelder. Da hierzulande keine Kosten für Büroräume oder Personal entstehen, fließen die Spenden in voller Höhe in den Aufbau des Hauses und die Betreuung vor Ort.
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Auslandsreporter: Was ist Dein größter Traum?
BFP: Das Paradies auf Erden.
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Auslandsreporter: Hast Du schon mal daran gedacht, aufzugeben?
BFP: Nicht wirklich. Je mehr Leute zu uns stoßen, desto zuversichtlicher blicke ich in die Zukunft. Das Projekt ist wie ein Kind. Auch Kinder müssen erst einmal das Laufen lernen! Angesicht der Lage der Bedürftigen in den Entwicklungsländern und der Tatsache, dass es den meisten hierzulande finanziell wirklich ausgesprochen gut geht, kann ich nicht einfach aufgeben.
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Auslandsreporter: In Kenia wurde vor wenigen Monaten ein neuer Präsident ins Amt gewählt. Sein Vorgänger Daniel Arap Moi war mehr als zwei Jahrzehnte im Amt und hat Kenia in den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Stillstand geführt. Wie sieht die Situation heute aus?
BFP: Die neue Regierung unter Präsident Kibaki kämpft entschieden gegen die Korruption an. Gleich nach seiner Amtsübernahme hat er zudem ein Zeichen gesetzt, das uns hoffnungsvoll stimmt: Die Grundschule ist jetzt landesweit kostenlos, so dass Hunderttausende Kinder, die vorher aufgrund finanzieller Nöte ihrer Familien keine Aussicht auf Bildung hatten, jetzt wenigstens Grundkenntnisse erlernen können. Auch in unserer Situation mit dem Projekt zeigt sich schon, dass viele Dinge gründlicher bearbeitet werden.
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Auslandsreporter: Du bist 32 Jahre alt, hast Frau und drei Kinder, Ihr lebt seit Jahren zur Miete. In dem Projekt steckt viel Eigenkapital von Dir - hast Du nie daran gedacht, lieber ein eigenes Häuschen im Grünen für Dich und Deine Familie zu bauen?
BFP: Ich bin auf die Welt gekommen, ich denke auch, um hier etwas zu verändern. Das Häuschen im Grünen habe ich ab nächstem Jahr hier in Frankfurt, zwar nicht als Eigentum, aber es genügt uns vollauf.
Bei mir stehen Menschenleben vor Besitz und Eigenkapital. Außerdem wird irgendwann, wenn das Baobab-Haus endgültig fertig gestellt ist, auf dem Flachdach ein kleines Häuschen entstehen, das den Gästen zur Verfügung steht. Dort kann auch ich mit meiner Familie unterkommen, wenn wir vor Ort sind - das ist dann auch so etwas wie ein Häuschen im Grünen.
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Auslandsreporter: Welche Möglichkeiten gibt es, Baobab Family Project zu unterstützen?
BFP: Sehr viele! Unser Projekt basiert ja auf dem Gedanken der ehrenamtlichen Mitarbeit. Interessenten können aktiv bei uns mitarbeiten, Patenschaften übernehmen und Mitglied werden oder natürlich auch einmalige Beträge spenden. Wir freuen uns aber auch schon, wenn jemand einen Link auf unsere Seite setzt oder anderweitig auf unser Projekt hinweist.
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